Die Ausgangslage
Spitzenreiter Borussia Dortmund empfängt am 12. Spieltag in einem Flutlichtspiel am Freitagabend Verfolger-Team Bayern München. Diese Begegnung ist von besonderer Brisanz, schließlich könnten die Münchner mit einem Sieg den Tabellengipfel erklimmen.
Die erste Halbzeit
Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus eröffnet die Partie bei leichter Bewölkung. Im Signal-Iduna-Park gehen die Dortmunder anfangs mit viel Engagement zu Werke. Die Platzherren suchen in den ersten Minuten des Duells umgehend den Weg Richtung gegnerischen Strafraum und versuchen den Gegner mittels häufiger Tempowechsel zu irritieren. Dabei agieren sie in ihrem Spiel sehr variabel. Die Bayern legen den Fokus indessen auf die Abwehrformation und versuchen mittels Konterspiel den Gegner in Gefahr zu bringen. Nach den ersten 15 Minuten zieht die Heimelf weiterhin die Fäden. In der 17. Minute kommt es beim BVB zu einer verletzungsbedingten Auswechslung: Verteidiger Manuel Akanji zieht sich ohne Fremdeinwirkung einen Außenbandriss im Sprunggelenk zu und muss abseits des Platzes behandelt werden. Thomas Meunier vertritt ihn positionsgetreu. In dieser Periode ist nun der FC Bayern besser. Die „Roten“ versuchen noch im zweiten Spielabschnitt mit einem schnellen Spiel über die Flügel für gefährliche Aktionen zu sorgen. 15 Minuten vor der Halbzeit bleibt Bayern dominant. Mittlerweile ist es stark bewölkt. Die Sturm- und Drangphase zahlt sich aus. Der Rekordmeister erzielt in der 35. Spielminute mithilfe eines kuriosen Tores nach einem missglückten Befreiungsschlag den Führungstreffer. Acht Meter vor dem Tor des Gegners setzt sich Mittelfeldmann Leroy Sane gegen die gegnerische Verteidigung durch und bugsiert den Ball sehr wuchtig mit dem Vollspann per Volleyschuss ins rechte Kreuzeck. Beim Gegentor hat der Keeper keine Chance. Torvorbereiter war Defensivspieler Raphael Guerreiro unfreiwillig mit einer Kerze. Zwei Minuten nach dem Gegentor wird Mittelfeld-Allrounder Reus wegen Meckern von Schiri Steinhaus mit dem Gelben Karton verwarnt. Als Lohn für die ansprechende Leistung markiert das Gäste-Team in der 3. Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit eine weitere Bude. Mittelfeldspieler Leon Goretzka sprintet im Laufduell mit einem Gegenspieler auf Keeper Bürki zu und befördert die Kugel auf Höhe des Elfmeterpunkts mit dem linken Außenrist per gefühlvollen Schlenzer halbhoch links ins Gehäuse. Der Torhüter zeigt beim Gegentor eine schwache Reaktion. Der Ball war nicht unhaltbar. Schiedsrichterin Steinhaus beendet die erste Halbzeit bei einem Zwischenergebnis von 0:2. Während der Halbzeitpause nimmt Dortmund einen Doppelwechsel vor und erschöpft dabei das Wechselkontingent: Der indisponierte Abwehrspieler Felix Passlack bleibt in der Kabine. Nico Schulz vertritt ihn auf derselben Position. Außerdem wechselt die Rose-Elf wegen eines drohenden Feldverweises: Mittelfeldmann Marco Reus muss runter, Reinier kommt positionsgetreu in die Partie.
Die zweite Halbzeit
Nach der Halbzeitpause lassen beide Vereine ihr Potential aufblitzen. Die Hausherren suchen zu Anfang der zweiten Hälfte umgehend den Weg Richtung gegnerischen Sechzehner und versuchen den Gegner mit einem dominanten Ballbesitzspiel nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Hierbei verhalten sie sich taktisch sehr diszipliniert. Die Schützlinge von Julian Nagelsmann versuchen indes den Gegner mithilfe häufigen Rochierens zu irritieren, attackieren allerdings ihre Gegenspieler bisweilen zu hart. In der 48. Spielminute sieht Stürmer Lewandowski nach einem rüden Foul an Verteidiger Mats Hummels nach einer Schiri-Absprache zu Unrecht die Gelbe Karte. Rot wäre die korrekte Entscheidung gewesen. Nach einer Stunde Spielzeit nimmt der BVB erneut Fahrt auf und ist wieder das dominantere Team. In der 63. Minute erzielt die Borussia den Anschlusstreffer. In Bedrängnis bugsiert Angreifer Erling Haaland das Spielgerät per Kunstschuss mit dem rechten Schienbein mittig ins Gehäuse. Der Torwart leistet sich beim Gegentor einen Stellungsfehler. Der Treffer hätte allerdings nicht zählen dürfen: Der Torschütze steht zunächst im passiven Abseits, greift dann jedoch aktiv ins Spielgeschehen ein, indem er das Sichtfeld des Torwarts einschränkt. Vorarbeit leistete Mittelfeldmann Reinier mit einem Flankenlauf auf der rechten Seite nach einem weiten Einwurf von Verteidiger Schulz. In der 69. Spielminute wechselt Bayern München, um die Defensive zu verstärken: Mittelfeldspieler Leon Goretzka verlässt das Spielfeld, Joshua Kimmich vertritt ihn auf der gleichen Position. Nach 75 Minuten dominiert Borussia Dortmund das Aufeinandertreffen weiterhin. Ein Gewitter hat inzwischen eingesetzt. Schiri Steinhaus entscheidet sich aufgrund der widrigen Bedingungen für eine Spielunterbrechung. Nach einigen Minuten läuft die Partie jedoch weiter. Gegen Ende der Begegnung bleibt die Rose-Elf das dominantere Team. Trotz drückender Überlegenheit der Hausherren markiert der FCB in der 84. Minute mithilfe eines Selbsttores des Gegners einen weiteren Treffer. Ein Rückpass von Mittelfeld-Allrounder Axel Witsel zum Torhüter in Strafraumnähe missglückt. Die Kugel landet flach in der Mitte des eigenen Kastens. Beim Tor macht der Keeper eine unglückliche Figur. Nach einer kurzen Schiri-Besprechung sieht Torwart Bürki nach einem Handspiel außerhalb des Strafraums drei Minuten nach dem Gegentor den Roten Karton. Diese Entscheidung ist korrekt. Eine Karte mit Konsequenzen: Der Spieler ist für die nächste Partie gesperrt. Der Co-Trainer der Heimmannschaft wird wegen einer Beleidigung gegenüber einem der Schiedsrichterassistenten nach dem Aufeinandertreffen für mehrere Spiele auf die Tribüne verwiesen.
Das Fazit
Nach Schlusspfiff steht ein 1:3 zu Buche. Die Münchner gingen in einem ereignisreichen Duell erfolgreich zu Werke und sicherten sich einen verdienten Erfolg in der Fremde mit zwei Buden Unterschied. Die Dortmunder zeigten sich angesichts der Niederlage vor heimischen Zuschauern geknickt. Nach der Heimschlappe rutschen die Schwarz-Gelben auf die zweite Tabellenposition ab. Die Bayern ergattern nach dem Auswärtssieg die Spitzenposition.